Professor

Rein formal gesehen hat die Päpstliche Universität in Santiago de Chile mich als Professor zum Ehrenmitglied ernannt (Überreichung der Urkunde durch Prof. Bernardo Starischka in Bergisch Born), die Staatliche Universität (als zweite) hat es mir schriftlich bestätigt. Mein damaliger Bischof, Herr Kardinal Höffner, drängte mich, diesen Titel auch zu gebrauchen, was aber nur ausnahmsweise geschieht. Die Liebe zum Buch wurde uns schon als Kindern vermittelt. Buchgeschenke waren an Weihnachten z. B. die wichtigsten. Eine besondere Freundin unserer Familie, Dr. Marianne Greve aus Bonn, hat als Buchhändlerin diese Liebe noch vertieft und gefördert. So wuchs eine große eigene Bibliothek heran. Die Auseinandersetzung mit der Welt war uns durch Vater und Mutter vorgegeben. Mich hat oft das Bildungsdefizit vor allem des Klerus erschüttert, so daß ich gerade auf dieser Ebene weitergestrebt habe. Und noch ist kein Ende abzusehen. Ziel war mir immer die Humboldt’sche Gesamtschau der Wissenschaft und der Wahrheitssuche. Das hat zu vielerlei Begegnungen geführt, zur Freundschaft mit wertvollen Menschen, zu den verschiedensten Formen der Welterfahrung, vor allem Romano Guardini und Teilhard de Chardin vor Augen. Ein besonderes Gebiet der privaten Forschung ist Brauchtum, vor allem in seiner religiösen Gestalt, Kunst und Theologie. Dem entspricht auch das Sammeln von „schönen, alten und heiligen Dingen“ in meiner Wohnung Als Priester ist und bleibt man ein Lernender und ein Lehrer, ein Schüler und ein Professor. Man stellt sich der Wahrheit und wird Zeuge der Wahrheit.