Der Priester



Mein Weg zum Priestertum zeigte sich schon früh und wurde durch die Ablehnung der Nazis in meinem Elternhaus und durch die Einbindung in das kirchliche Leben (z. B. als Meßdiener) gefördert. Durch die Begegnung mit selbstlosen Priestern während der Militärzeit verstärkte sich der Entschluß noch. Die karge Nachkriegszeit half auch dabei und meine Freude an diesem Weg führte über das Studium und lange Hilfsarbeiterzeiten (für die Finanzierung) zur Priesterweihe am 24. 2. 1955.
In Essen-Kray, Köln und Lechenich war mir vor allem die Jugendseelsorge zugewiesen. Die beiden Bücher, die ich damals schrieb, beschäftigten sich mit diesem Bereich. („Abenteuer Freizeit“ und „Denn sie warten auch dich!“, Verlag Benziger). Ende der sechziger und Anfang der siebziger Jahre ging eine kritische Bewegung durch die Kirche, u.a. ausgelöst durch das Konzil (1962). Wir jüngeren Priester haben da kräftig mitgemacht. Ein Ziel war die Annäherung der christlichen Kirchen, so daß auf diesem Gebiet mancher Versuch gemacht wurde und auch heute noch gemacht wird.
Ich war eine zeitlang Sprecher dieser sogen. SOG-Gruppen. Das große Leitbild war Johannes XXIII. mit seiner Weite, Liebe zur Freiheit und grenzenlosen Güte.