Biographie

Mein Heimatort ist Hennef an der Sieg. Dort bin ich am 29. März 1927 geboren. Meine Eltern, Dr. Gustav Saul und Maria, geborene Gerber, hatten 1925 geheiratet, nachdem mein Vater sich in Hennef als Zahnarzt niedergelassen hatte. Mein Bruder Horst kam 1931 und mein Bruder Manfred 1934 zur Welt. Horst wurde später internistischer Arzt und ließ sich in Ahrweiler nieder, Manfred wurde Bildhauer und lebt in Hennef.
Im Anschluß an diese Zeit kam ich zum Arbeitsdienst ins Emsland und später (Anfang 1945) noch zur Luftnachrichtentruppe nach Berlin und zu den Fallschirmjägern. Das Kriegsende erlebte ich in Hamburg in einem Lazarett. Von dort aus gelangte ich in Kriegsgefangenschaft in Schleswig-Holstein. Aber schon im Herbst 45 wurde ich nach Hause entlassen.
Die Nachkriegszeit brachte zunächst die Fortsetzung der Schulausbildung mit dem Abitur 1947. Da es mein Wunsch war, Theologie zu studieren, mußte ich noch das Latinum und Graecum nachholen. 1949 begann ich in Bonn mit dem Studium. I955 wurde ich im Kölner Dom durch Kardinal Frings zum Priester geweiht.
Erste Kaplansstelle war Essen-Kray, dann folgte Köln und Lechenich und noch einmal Köln. 1963 ging ich für 23 Jahre nach Bergisch Born bei Remscheid als Pfarrseelsorger. Inzwischen hatte ich noch an einige kunsthistorische Studien mehrere Semester Völkerkunde in Köln angehängt. Zwei Bücher konnte ich im Benziger Verlag veröffentlichen, dazu kam die freie Mitarbeit am Rheinischen Merkur, Christlichen Sonntag und der Kölnischen Rundschau. Später erschienen sechs Gedichtbände (im Lahn-Verlag).
Durch diese schriftstellerische Tätigkeit bedingt, wurde ich für etwa drei Jahre nach Südamerika (Chile) an verschiedene Universitäten zu Gastprofessuren eingeladen, für die mich der Kölner Erzbischof Joseph Höffner großzügig freistellte. Zu Dichterlesungen kam ich nach Argentinien, Pakistan, in den Sudan; weiter wurde ich u.a. nach Spanien, Dänemark, Ägypten, Ungarn, Zypern, Nepal, Kenia, Südafrika, Israel, Türkei, Bolivien und Rußland eingeladen.
Zu den Gedichtbänden haben sich inzwischen eine Reihe von Prosatexten gesellt, Manuskripte, die nur in kleinem Rahmen veröffentlicht wurden, meist Texte zur religiösen Volkskunst und zu religiösem Brauchtum, oder Tagebuchnotizen.
Nach meiner Zeit im Bergischen Land wurde ich Pfarrer in Rüngsdorf (Bad Godesberg) und kam danach als Pensionär nach Rösrath-Kleineichen, wo ich seit über neunzehn Jahren als Subsidiar (Seelsorger ohne Verwaltungsverpflichtungen) in der kleinen Gemeinde „Zur Hl. Familie“ wirke. Ab 1.4.02 hat  der Kölner Erzbischof  zu meinem 75. Geburtstag das Ende dieser Amtszeit verfügt und mein Gehalt gekürzt.
Die von mir erwarteten Dienste bleiben aber in vollem Umfang bestehen. In einer Würdigung meiner verschiedenen Interessen und Tätigkeiten durch einen Journalisten tauchten die inzwischen immer wieder zitierten drei P zum erstenmale auf, P für Priester, P für Poet, P für Professor. Der Einfachheit halber soll diese Dreiteilung hier beibehalten werden.